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Schweiz soll unter OECD-Ländern die höchsten US-Zölle zahlen

Washington - Die USA haben zusätzliche Zölle von 10 Prozent auf Importe verhängt. Länder mit einem Überschuss im Warenhandel zahlen mehr. Die Zölle für die Schweiz sind mit 31 Prozent die höchsten unter den Ländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

03.04.2025

(CONNECT) US-Präsident Donald Trump hat am 2. April zusätzliche Zölle in Höhe von 10 Prozent auf einen Grossteil der Importe von ausserhalb Nordamerikas verhängt. Nicht betroffen ist eine Reihe von Produkten, darunter die für die Schweiz so wichtigen Pharmaka.

Die Zölle auf Importe aus Ländern, die im Warenhandel mit den USA einen Überschuss aufweisen, liegen höher. Ziel sei es, mit den Zöllen eine ausgeglichene Warenhandelsbilanz zu erreichen, heisst es in einer Mitteilung des US-Handelsbeauftragten.

Die Zölle auf Importe aus der Schweiz sollen um 31 Prozent steigen. Damit liegen sie über denen aller anderen Mitgliedsländer der OECD, des Klubs der Industriestaaten. Korea folgt mit 25 Prozent, Japan mit 24 Prozent und die Europäische Union mit 20 Prozent. Auf Importe aus Liechtenstein allerdings werden 37 Prozent erhoben.

Für die Schweiz sind die USA noch vor Deutschland der wichtigste Handelspartner. Sie hat 2023 laut der Aussenhandelsstatistik Waren für 56,66 Milliarden Franken in die USA exportiert und für 29,73 Milliarden Franken Waren von dort importiert, ein Schweizer Überschuss von 26,93 Milliarden Franken. Allerdings haben die USA laut der Statistik des Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) einen Überschuss im Handel mit Dienstleistungen erzielt: Die USA exportierte 2023 Dienstleistungen im Werte von 46,4 Milliarden Franken und importierte Dienstleistungen von 26,4 Milliarden Franken, ein amerikanischer Überschuss von 20,0 Milliarden Franken. Dieser geht nicht in die amerikanische Berechnung der neuen Zölle ein.

Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer hatte im Vorfeld alle Länder eingeladen, die angekündigten Massnahmen zu kommentieren. Das SECO erläuterte in einem Brief an Greers Stellvertreterin Catherine Gibson, dass die Schweiz eine der offensten Volkswirtschaften der Welt sei, alle Industriezölle aufgehoben habe und keine Digitalsteuer erhebe. Die Schweiz sei der sechstgrösste Investor in den USA.

Die Swiss-American Chamber of Commerce wies in einer eigenen Eingabe darauf hin, dass Schweizer Firmen 500‘000 Mitarbeitende in den USA beschäftigten. Die Beibehaltung und Ausweitung der starken Partnerschaft sei im besten Interesse beider Länder.

Economiesuisse nennt die neuen Zölle „schädlich und unbegründet“. Der Dachverband der Wirtschaft fordert in einer Mitteilung, der Bundesrat und die Handelsdiplomatie müssten am Verhandlungstisch mit der US-Regierung rasch Lösungen finden.

Scienceindustries spricht von einer „erheblichen Unsicherheit“ trotz der Ausnahmeregelung für Pharmaprodukte. „Signifikante Zollerhöhungen auf Life Sciences-Güter und chemische Produkte setzen die international eng verflochtenen Wertschöpfungs- und Versorgungsketten unter Druck“, wird Stephan Mumenthaler, Direkter des Verbandes der Pharma- und Chemieindustrie, in einer Mitteilung zitiert.

Swissmem ist enttäuscht über die Entscheidung. Der Dachverband der Maschinenbauer fordert vom Bundesrat in einer Mitteilung „rasches Handeln, um die Zölle zumindest abzuschwächen oder den Zugang zu anderen Märkten zu erleichtern“.  ce/stk


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