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US-Zölle auf Schweizer Exporte

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US-Zölle auf Schweizer Exporte

03.04.2025

scienceindustries warnt vor Auswirkungen auf Handel und Versorgungssicherheit

Die am 2. April 2025 von der US-Regierung angekündigten Importzölle auf Schweizer Produkte erfassen auch die Industrien Chemie, Pharma und Life Sciences. Nach aktuellem Kenntnisstand scheinen pharmazeutische Produkte nicht dem allgemeinen Zollsatz von 10 % zu unterliegen, und fallen auch nicht unter die erhöhten reziproken Zölle von 31 %. Andere Bereiche wie Chemie und Diagnostika sind hingegen direkt von den neuen Massnahmen erfasst. scienceindustries warnt vor möglichen Auswirkungen auf internationale Lieferketten, Handelsströme und den Zugang zu essenziellen medizinischen Produkten.

„Auch wenn pharmazeutische Produkte nach aktuellem Stand offenbar nicht direkt von den neuen US-Zöllen betroffen sind, sorgen die Massnahmen insgesamt für erhebliche Unsicherheit“, sagt Dr. Stephan Mumenthaler, Direktor von scienceindustries. „Signifikante Zollerhöhungen auf Life Sciences-Güter und chemische Produkte setzen die international eng verflochtenen Wertschöpfungs- und Versorgungsketten unter Druck. Protektionistische Tendenzen gefährden damit nicht nur den freien Handel, sondern auch die Verfügbarkeit essenzieller medizinischer Produkte, die Versorgungssicherheit und die Innovationskraft eines hochvernetzten globalen Sektors.“

Die chemisch-pharmazeutische Industrie ist mit einem jährlichen Exportvolumen von rund 100 Milliarden Franken die bedeutendste Exportbranche der Schweiz – sie steht für knapp die Hälfte aller Güterausfuhren. Die Exporte in die USA beliefen sich 2024 auf rund 35 Milliarden Franken, die in die Europäische Union auf rund 80 Milliarden Franken. Der Sektor ist damit zentral für die aussenwirtschaftliche Position der Schweiz, insbesondere gegenüber den beiden wichtigsten Handelspartnern.

94,2 % der branchenspezifischen Ausfuhren in die USA entfielen 2024 auf pharmazeutische Produkte, Vitamine und Diagnostika. Organische Roh- und Grundstoffe sowie Pflanzenschutzmittel machten jeweils 1,9 % aus. Rund 94 % dieser Exporte waren bislang zollfrei. Mit einem Anteil von 64.7 % an den Gesamtausfuhren in die USA sowie 42,9 % bei den Importen ist die Branche das Rückgrat des bilateralen Warenhandels.

Schweizer Unternehmen sind zudem stark in den USA präsent: Sie investieren in Forschung, klinische Entwicklung, Produktion und Logistik und schaffen so lokale Wertschöpfung und qualifizierte Arbeitsplätze. Die Schweiz ihrerseits bietet US-Unternehmen einen offenen Zugang zu einem innovationsstarken Markt.

scienceindustries anerkennt die wirtschaftspolitische Souveränität der USA, warnt jedoch vor langfristigen Risiken für Forschung, Innovation und Versorgungssicherheit, wenn internationale Kooperationen durch administrative oder tarifäre Hürden geschwächt werden.

Mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen gewinnen die Verhandlungen zu den Bilateralen III zusätzlich an Bedeutung. Auch weitere Freihandelsabkommen müssen mit Nachdruck vorangetrieben werden – scienceindustries begrüsst, dass das SECO dies aktiv unterstützt. Das aktuelle Umfeld bietet ein günstiges Momentum, um den Zugang zu wichtigen Märkten langfristig abzusichern.

Weitere Auskünfte: 

Stephan Mumenthaler, Direktor 
Tel. 044 368 17 20, stephan.mumenthaler@scienceindustries.ch 


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